GDA-Nährwertkennzeichung

Was bedeutet die GDA-Nährwertkennzeichnung?

 

GDA ist eine Abkürzung aus dem Englischen und heißt „Guideline Daily Amount“, was so viel wie Richtlinie für die tägliche Aufnahme bedeutet. Mit Ihr werden Richtwerte bzw. Anteile für die Tageszufuhr von bestimmten Inhaltsstoffen in Lebensmittel für den Menschen  ausgedrückt. Hersteller können auf freiwilliger Basis die GDA-Nährwertkennzeichnung verwenden. Gewöhnlich nutzen die Hersteller hier die Richtwerte einer durchschnittlichen erwachsenen Frau. Der individuelle GDA ist jedoch immer von dem Alter, Geschlecht, Gewicht und der  körperlichen Aktivität (PAL) abhängig.

GDA Nährwerttabelle

NährstoffEnergie-% FrauenMänner
Energie100 %8.374 kJ (= 2.000 kcal)10.467 kJ (= 2.500 kcal)
Eiweiß10 %50 g60 g
Kohlenhydrate60 %270 g340 g
dabei Gesamtzucker (Zuckerart)90 g110 g
Fett30 %70 g80 g
dabei gesättigte Fettsäuren20 g30 g
dabei einfach ungesättigte Fettsäuren34 g29 g
dabei mehrfach ungesättigte Fettsäuren16 g21 g
- Omega-6-Fettsäuren14 g18 g
- Omega-3-Fettsäuren2,2 g2,7 g
- Linolensäure2,0 g2,5 g
- Eicosapentaensäure/Docosahexaensäure0,2 g0,2 g
Ballaststoffe25 g25 g
Natrium (Salz)2,4 g (6 g)2,4 g (6 g)

Die Werte sind empfehlungen der CIAA (Confédération des Industries Agro-Alimentaires de l’Union Européenne).

Kritik

Die GDA-Nährwertangaben könne nur als grober Richtwert verstanden werden. Wie oben schon beschrieben sind die eigenen Richtwerte höchst variabel. Zudem wird von mehreren Verbänden , als auch der DGE kritisiert. Vor allem die Festlegung der Prozentwerte werden von ihr kritisiert, als auch der Umstand, dass die Festlegung der Nährwertangaben nicht immer einer wissenschaftlichen Prüfung standhalte.

Die Herleitung der GDA-Werte hält einer kritischen wissenschaftlichen Prüfung nicht durchgehend Stand. Die für die Berechnung zugrunde gelegte Energiezufuhr ist für die Gesamtheit der Verbraucher nicht repräsentativ. Die daraus abgeleiteten nährstoffspezifischen Werte sind daher mit Vorsicht zu genießen. Die Ableitung des GDA-Wertes ist wissenschaftlich nicht logisch und muss in jedem Fall revidiert werden. Wissenschaftlich nicht akzeptabel ist auch die Ableitung für den Bezugswert „Zucker“. In der Praxis kann diese Kennzeichnung dazu führen, dass natürlicherweise vorkommende Zucker(arten), z. B. in Obst, Gemüse, Milch(produkten) und Getreide durch Lebensmittel mit zugesetztem Zucker verdrängt oder ersetzt werden.

Die Organisation Foodwatch kritisiert, dass dieses System nicht von jedermann leicht zu erfassen sei und fordert  eine Ampelkennzeichnung für Lebensmittel.